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Aus der Welt der Literatur



An dieser Stelle finden Sie ausgesuchte Texte aus großen und kleinen, bekannten und auch weniger bekannten literarischen Werken. Die Auswahl erfolgt unter subjektiven Gesichtspunkten der Redaktion des "Literarischen Cafes". Doch wir werden immer von dem Gedanken beseelt sein, Ihnen kleine und große Kostbarkeiten aus der Welt der Literatur vorzustellen oder in Erinnerung zu rufen. Zur Freude, zur Besinnung, zum Innehalten.
(Dieser Bereich wird ausschließlich durch die Redaktion bearbeitet.)



Eine etwas kompaktere Übersicht der Beiträge finden Sie hier.

01.02.2005
- Aus Fernen, aus Reichen (Gottfried Benn) -
Tod und Vergänglichkeit spielten in den Werken aller großen Literaten eine dominierende Rolle, und mit fortschreitendem Alter nahmen ihre Gedanken über die Endlichkeit allen Seins im allgemeinen und den Verlust nahestehender Menschen im besonderen einen immer breiteren Raum ein. So auch bei Benn, dessen Lyrik immer schon von Schmerz- und Trennungsphantasien geprägt war. Das nachstehende Gedicht liefert hierfür ein eindrucksvolles Zeugnis ab, dessen Zeilen wohl niemanden unberührt lassen. ...

25.01.2005
- Die Wand (Marlen Haushofer / List-Taschenbuch / ISBN 3-548-60571-0) -
Marlen Haushofer starb 1970 in Wien, sie wurde nur fünfzig Jahre alt. Mit dem Roman „Die Wand“ lieferte sie ihr Lebenswerk ab, obwohl sie dazu sagte, „es habe am wenigsten Mühe gekostet“.
Wohl vergebens sucht man in der Literatur nach einem Roman, nach einem Text, der dieser atemberaubenden, verstörenden, ungeheuerlichen Erzählung nahekommt. Eine Frau verbringt eher zufällig alleine eine Nacht auf einem einsamen Jagdhaus; am nächsten Tag stößt sie an eine undurchdringliche, unsichtbare Wand, die das Haus, den Wald, das Gebirge hermetisch und unentrinnbar umschließt. Auf der anderen Seite der Wand scheint alles Leben ausgelöscht zu sein........

20.01.2005
- Die Klavierspielerin (Elfriede Jelinek / Rowohlt Taschenbuch Verlag / ISBN 3-499-23166-2) -
Was will Elfriede Jelinek mit ihren sexualisierten, drastischen, teilweise pornographischen Texten mitteilen? Daß – im Gegensatz zum Tier – der Mensch ein vom eigenen Willen gesteuertes Wesen ist, das spätestens, wenn die Kleidungsstücke fallen, auch seine Maskerade aus Herkunft, Bildung und Noblesse fallen läßt und in einen im Grunde archaischen, in seiner Körperlichkeit mitunter bizarr und lächerlich anmutenden Kopulationsakt versinkt? Dessen Preis von manchen als der beschämende, schmerzende Verlust der Würde verstanden wird? Fast hat es den Anschein. daß dies ihre gewollte Botschaft sein soll. Doch wer will sie ernstlich hören, wer will von ihr erfahren?...

15.01.2005
- Lebe wohl (Adelbert von Chamisso) -
Begegnung, erster scheuer Blick, das Miteinander, eine Weile oder länger. Dann der Abschied, die Leere. Und doch auch ein Schmerz....

11.01.2005
- Die grauen Seelen (Philippe Claudel /Rowohlt Verlag / ISBN 3-498-00930-3) -
Eine kleine Stadt in Lothringen, unweit der im Stellungskrieg erstarrten Front. Abseits der Sterbens im Granatfeuer gibt es ein eigenes, ein anderes, ein kaum weniger schicksalhaftes Leben. Claudel, dessen Roman in Frankreich im Jahr seiner Veröffentlichung (2003) zum Buch des Jahres erklärt wurde und monatelang die Bestsellerlisten anführte, schreibt leise Sätze, oftmals kurzgefaßt, unaufgeregte Sätze, die dem Leser gleichwohl den Atem verschlagen. ...

31.12.2004
- Die eine Klage (Karoline von Günderode) -
Ist man zunächst versucht, in diesem Gedicht eines von vielen aus der romantischen Epoche zu sehen, so liest man die Verse erneut und dieses Mal mit anderem Empfinden, sobald sich die Biographie der Autorin offenbart:

Karoline von Günderode (Pseudonym Tian) wurde 1780 in Karlsruhe geboren. In Frankfurt besuchte sie das Adelige Damenstift und befreundete sich 1799 mit Carl von Savigny, der sie in den Kreis der Romantiker einführte. Sie lernte Bettina und Gunda Brentano kennen, die spätere Frau von Savigny und stand in Briefwechsel mit Clemens Brentano. In diesem Kreis traf sie 1804 in Heidelberg den Altphilologen Friedrich Creuzer. Wegen Karoline wollte dieser sich von seiner Frau scheiden lassen, konnte sich aber dann doch nicht dazu entschließen. Im Juni 1806 kam es zum Bruch der Freundschaft mit Bettina Brentano, im Juli trennte sich Creuzer von ihr. Am 26. Juli 1806 ging die junge Frau im Alter von nur 26 Jahren in Winkel im Rheingau in den Freitod.


Nicht der Phantasie, nicht dichterischer Vorstellungswelt entsprangen die Worte, die Zeilen, sondern der namenlosen Pein einer jungen Frau, die am Ende nicht mehr zu leben weiterwußte.
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28.12.2004
- Train Dreams (Denis Johnson / marebibliothek / ISBN 3-936384-15-0) -
Es gibt Bücher, die von ihrer Geschichte leben, von ihrer Handlung; ihre Schreibweise, ihre Stilmittel sind nahezu nebensächlich. Zahlreiche Beispiele lehren uns dies immer wieder.
Und es gibt Bücher, deren Seele die Sprache ist, und seien die Geschehnisse, deretwillen der Autor schrieb, scheinbar noch so unbedeutend. Erst dann und nur dann erweist sich die Größe des Erzählers. Johnson erschließt mit seiner wenig mehr als hundert Seiten zählenden Novelle Leben und Sterben eines unbekannten Mannes aus den ersten Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als die Weißen den Westen Amerikas weiter erschlossen und Schienenstränge in alle Himmelsrichtungen vorantrieben. Nicht alles erfahren wir über diesen Mann und sein einsames, am Ende tragisches Dasein, doch genug, um nach dem letzten Satz den schmalen Band eine Weile in der Hand zu behalten.
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24.12.2004
- Der Heidemann (Annette von Droste-Hülshoff) -
Das Moor, die Heide, Landschaften, düster und bedrohlich, voller Sagen und Geheimnisse. Immer wieder zogen sie Annette von Droste-Hülshoff in ihren Bann.
„Der Heidemann“ gehört zu den weniger bekannten, doch nicht minder eindrucksvollen Gedichten aus dem Zyklus „Heidebilder“.
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Wer zählt die Autoren, wer kennt die Namen....




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