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Aus der Welt der Literatur
An dieser Stelle finden Sie ausgesuchte Texte aus großen und kleinen, bekannten und auch weniger bekannten literarischen Werken. Die Auswahl erfolgt unter subjektiven Gesichtspunkten der Redaktion des "Literarischen Cafes". Doch wir werden immer von dem Gedanken beseelt sein, Ihnen kleine und große Kostbarkeiten aus der Welt der Literatur vorzustellen oder in Erinnerung zu rufen. Zur Freude, zur Besinnung, zum Innehalten.
(Dieser Bereich wird ausschließlich durch die Redaktion bearbeitet.)
Eine etwas kompaktere Übersicht der Beiträge finden Sie hier.
| 30.01.2012 |
| - Lust und Qual / Johann Wolfgang Goethe (Sämtliche Werke / Band 2 / Deutscher Klassiker Verlag / ISBN 3-618-60220-0) - |
Eines der weniger populären Gedichte Goethes; keines von denen, deren Verse selbst jene, die noch Gedichte in der Schule lernten, sofort mit seinem Namen verbinden. Denn für den Unterricht war und ist es nicht sehr geeignet, jedenfalls nicht für die unteren Klassen, strotzt es doch nur so vor Erotik von der ersten bis zur letzten Zeile. In gesetzten Worten zwar, in genialer Goethe-Prosa eben, doch – wie auch bei manch anderer Lyrik aus seiner Feder – unübersehbar hingebungsvoll dem Eros huldigend.
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| 19.01.2012 |
| - Fremde Stadt (Die Gedichte / Hermann Hesse / Suhrkamp Taschenbuch / ISBN 3-518-36881-8) - |
Hesses literarisches Werk weist nicht selten selbstreflektierende Züge auf, doch die Grenzen zwischen Autobiographischem und Erfundenem, zwischen Erlebtem und Erdachtem verlaufen bis zur Unkenntlichkeit, lassen – selbst bei fundierteren Kenntnissen seiner Lebensumstände – von Fall zu Fall allenfalls ein Ahnen zu.
Doch vielleicht spiegelt Lyrik immer etwas von der Seele des Poeten wider, sehr viel stärker noch, als Romane oder Novellen das je vermögen.
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| 27.12.2011 |
| - Der Knabe im Moor (Annette von Droste-Hülshoff) - |
| Annette von Droste-Hülshoff (12. Januar 1797 – 24. Mai 1848) zählt wohl zu den bemerkenswertesten Schriftstellerinnen der Romantik, obgleich sie zu keiner Zeit das große Ansehen und die Anerkennung erreichen konnte, wie sie den damaligen Größen dieser literarischen Epoche zuteil wurden. Sie kränkelte von früh an, war nie verheiratet, verbrachte ihre Kindheit auf der Wasserburg ihrer adeligen Eltern in der Nähe von Münster. Sie begehrte niemals richtig auf, fügte sich scheinbar ohne Widerspruch in das Los, das ihr als Adeligen-Tochter zu jener Zeit im stark vom Katholizismus geprägten Westfalen von Beginn an beschieden war. Zwar entwickelte sie Gefühle für den einen oder anderen Mann, der ihr begegnen sollte, doch die jeweiligen Umstände brachten es mit sich, daß es zu keiner engeren Verbindung kam. Herbe Enttäuschungen gesellten sich hinzu, so daß sie sich schließlich völlig zurückzog, Westfalen verließ und sich zu Bekannten an den Bodensee begab, wo sie fortan lebte. Dort – auf dem Friedhof in Meersburg – liegt sie auch begraben. ... |
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| 10.12.2011 |
| - Keiner wartet (Mascha Kaléko / 'Mein Lied geht weiter' / Deutscher Taschenbuch Verlag / ISBN 3-423-13563-4) - |
Mascha Kaléko wurde als Kind jüdischer Eltern am 7. Juni 1907 in einem kleinen Ort in Galizien (heutiges Polen) geboren, kam noch in ihrer Kindheit nach Deutschland, wo sie hauptsächlich in Berlin lebte und arbeitete. 1938 floh sie vor Hitlers Schergen, emigrierte in die USA, kehrte erstmals 1956 nach Deutschland zurück. 1960 siedelte sie nach Israel über, wo ihr literarisches Schaffen, ihre Lyrik keine Anerkennung fanden. Überall war sie einsam, überall eine Fremde. Sie starb im Januar 1975 in Zürich, wurde 67 Jahre alt. Ihr einziges Kind, ihren ebenfalls künstlerisch ambitionierten Sohn, verlor sie 1968, seinen Vater, ihren zweiten Mann, ein Jahr vor ihrem eigenen Tod.
Einsamkeit und Verlassenheit ziehen sich durch viele Gedichte Mascha Kalékos, die Sehnsucht nach Verlorenem, nach Unwiederbringlichem. Manche Kritiker warfen ihr einst vor, in einer zu einfachen, zu alltäglichen Sprache zu schreiben. Doch genau darin liegt wohl der eigenartige Charme ihrer Lyrik begründet, deshalb war sie so populär – und ist es bis auf den heutigen Tag geblieben.
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| 16.11.2011 |
| - Über das Lesen von Büchern (W. Somerset Maugham / Books and You - Auszug- / Diogenes Verlag / ISBN 3-257-23626-2) - |
| Es gibt Menschen, die niemals Bücher lesen, jedenfalls keine belletristischen. Sie lesen Gebrauchsanweisungen, Programmzeitschriften, Reiseführer, Bedienungsanleitungen, Warenhauskataloge, vielleicht noch Kochbücher. Aber keine Romane, keine Erzählungen oder Essays, erst recht keine Lyrik. Die Zeit fehle ihnen hierzu, oder es gibt eine Menge anderer Gründe, die sie für ihre literarische Abstinenz ins Feld führen. Hierzu äußert sich W. Somerset Maugham (1874 - 1965) in seinem Vorwort zu „Books and You“.... |
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| 03.11.2011 |
| - Der Nachtwandler (Annette von Droste-Hülshoff) - |
Wie so vielen großen Frauengestalten der Literatur, so blieb auch Annette von Droste-Hülshoff das eigene Lebensglück versagt. Vielleicht ist das die Voraussetzung, um Lyrik und Prosa von der Droste-Hülshoffschen Art und ihrer Schwestern im Geiste schreiben zu können. Schwermut, Lebensangst und tiefste Naturverbundenheit ziehen sich durch fast alle ihre Texte, in denen Gedichte und Balladen die Prosastücke bei weitem überwiegen. „Der Knabe im Moor“ und „Das Hirtenfeuer“ kennt fast jeder Literaturinteressierte, ebenso die bewegende Novelle „Die Judenbuche“. Das Münsterland, ihre Heimat, ist noch heute vielerorts geprägt von düsteren Mooren. Ihre oftmals furchteinflößende Existenz, die mit ihnen verbundenen Legenden und Sagen und auch wahren Geschichten ließen Annette von Droste-Hülshoff zeitlebens nicht los, prägen ihr Wirken in unübersehbarer, unnachahmlicher Weise.
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| 19.10.2011 |
| - Post aus Hawaii (Mark Twain / Dumont Buchverlag / ISBN 978-3-8321-6144-6) - |
| Mark Twain (1835 – 1910), amerikanischer Staatsbürger, mit richtigem Namen Samuel Langhorn Clemens, ist nicht nur der Schöpfer von Huckleberry Finn und Tom Sawyer, die ihn schließlich weltberühmt machten, sondern er veröffentlichte darüber hinaus zahlreiche Erzählungen, Essays, Sketche und weitere Romane. Er begann als Journalist, errang dabei Aufsehen mit kritischen Artikeln über Mißstände und soziale Verwerfungen, geißelte respektlos Machtgier und Korruption, wo er sie antraf. Dabei verstand er es meisterhaft, seine Kritik mit humorvollen, satirischen Texten oder leiser Ironie zu bemänteln, ohne jeden belehrenden, missionierenden Ton, der oft das Gegenteil dessen bewirkt, was mit ihm beabsichtigt ist. Im Grunde seines Herzens war Mark Twain immer Anwalt der kleinen Leute. ... |
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| 12.09.2011 |
| - Das Spielzeug (Coventry Patmore / Lyrik des Abendlandes / Hanser Verlag / 3-446-13566-9) - |
Lyrik ist zeitlos, auch wenn es immer wieder Stimmen gibt, die in die Jahre gekommene Gedichte für überholt, ihre Sprache für nicht mehr aktuell, ihr Versmaß und ihren Zeilenlauf für hoffnungslos veraltet betrachten.
Coventry Patmore (1823 – 1896), ein britischer Lyriker, errang zu seiner Zeit und auch nach seinem Tod wohl kein allzu großes Aufsehen in der Literaturwelt. Dennoch schrieb er Gedichte wie das folgende, das, vor allem in seiner Anfangsphase, auf besondere Weise berührt und anrührt. Es entstand vor mehr als einem Jahrhundert, und vielleicht schreibt ein heute noch nicht geborener Poet in hundert Jahren ein Gedicht ähnlichen Inhalts, dann in jener Sprache, die zu dieser Zeit die Menschen erreichen und einnehmen wird.
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Wer zählt die Autoren, wer kennt die Namen....
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