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Aus der Welt der Literatur
An dieser Stelle finden Sie ausgesuchte Texte aus großen und kleinen, bekannten und auch weniger bekannten literarischen Werken. Die Auswahl erfolgt unter subjektiven Gesichtspunkten der Redaktion des "Literarischen Cafes". Doch wir werden immer von dem Gedanken beseelt sein, Ihnen kleine und große Kostbarkeiten aus der Welt der Literatur vorzustellen oder in Erinnerung zu rufen. Zur Freude, zur Besinnung, zum Innehalten.
(Dieser Bereich wird ausschließlich durch die Redaktion bearbeitet.)
Eine etwas kompaktere Übersicht der Beiträge finden Sie hier.
| 11.08.2010 |
| - Peter Camenzind (Hermann Hesse / Suhrkamp / ISBN 978-3-518-45850-1) - |
Schon in seinem ersten Roman „Peter Camenzind“ (erschienen 1904) beschäftigt sich Hesse in der Form des Ich-Erzählers über lange Strecken ausführlich mit den frühen Jahren, mit Kindheit und Jugend. Und es sollte nicht sein einziges Werk bleiben, das unübersehbar sehr stark autobiographisch angelegt ist.
Nicht überall fand Hesse damit Zustimmung und Anerkennung, dennoch zählen seine Geschichten, seine Erzählungen zweifellos zum Eindrucksvollsten damaliger Adoleszenzliteratur.
Die Begegnung mit einem unheilbaren, verkrüppelten Jungen, die selbst gesuchte Nähe zu ihm, sein Tod verändern das Leben Peter Camenzinds, seines Protagonisten, für immer. So wie es wohl auch dem jungen Hesse widerfuhr, wie es mit jedem geschieht, der bewußt das Sterben eines ihm nahestehenden Menschen mitansehen muß.
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| 18.07.2010 |
| - Das berühmte Gefühl (Mascha Kaléko / 'Verse für Zeitgenossen' / Rowohlt Verlag / ISBN 3-499-14659-2 ) - |
Mascha Kaléko wurde als Kind jüdischer Eltern am 7. Juni 1907 in einem kleinen Ort in Galizien (heutiges Polen) geboren, kam noch in ihrer Kindheit nach Deutschland, wo sie hauptsächlich in Berlin lebte und arbeitete. Nahezu zwangsläufig blieb sie von den Nationalsozialisten nicht unbehelligt, die 1937 ihre Gedichte auf die „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ setzten. 1938 emigrierte sie in die USA, kehrte erstmals 1956 nach Deutschland zurück. 1960 siedelte sie nach Israel über, wo ihr literarisches Schaffen, ihre Lyrik keine Anerkennung fanden. Überall war sie einsam, überall eine Fremde. Sie starb im Januar 1975 in Zürich, wurde 67 Jahre alt. Ihr einziges Kind, ihren ebenfalls künstlerisch ambitionierten Sohn, verlor sie 1968, seinen Vater, ihren zweiten Mann, ein Jahr vor ihrem eigenen Tod.
Manche Kritiker warfen ihr einst vor, in einer zu einfachen, zu alltäglichen Sprache zu schreiben. Doch genau darin liegt wohl der eigenartige Charme ihrer Lyrik begründet, deshalb war sie so populär – und ist es bis auf den heutigen Tag geblieben.
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| 05.07.2010 |
| - Herz der Finsternis (Joseph Conrad / Reclams Universal-Bibliothek Nr. 8714 / ISBN 978-3-15-008714-5) - |
| Joseph Conrads bekanntestes Werk ist wohl „Herz der Finsternis“ („Heart of Darkness“), in dem er eigene, offensichtlich traumatische Erfahrungen von der Niederwerfung Schwarzafrikas durch die Kolonialmächte, insbesondere von der eigenen Befahrung des Kongos tief hinein in das gequälte Land verarbeitet hat. Unabhängig vom Inhalt dieses beklemmenden Buches offenbart sich in der Art und Weise seiner literarischen Umsetzung die außerordentliche Erzählkunst Conrads, die nur wenigen, den großen Romanciers, gegeben ist. ... |
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| 13.06.2010 |
| - Erklär mir, Liebe (Ingeborg Bachmann / Sämtliche Gedichte / Pieper Verlag / ISBN 3-492-23985-1) - |
Oft wird Ingeborg Bachmann (1926 – 1973) in selben Atemzug mit Gottfried Benn genannt. Ihre Schmerzenslyrik, ihre Verzweiflung über die Unvollkommenheit, die Vergeblichkeit und Unzulänglichkeit allen menschlichen Tuns ziehen sich bei ihr wie bei Benn durch das gesamte Werk, finden – wie bei nicht wenigen großen Lyrikerinnen – eine deutliche Entsprechung im eigenen Leben.
Mit siebenundzwanzig Jahren verließ sie, die nach dem Studium über Heidegger promovierte, ihre als Enge empfundene Heimat im österreichischen Kärnten, landete nach einigen Zwischenstationen schließlich in Rom. Sie unterhielt Beziehungen zu Paul Celan und Max Frisch, hatte Affären mit weiteren Männern, doch zu einer dauerhaften Bindung kam es zu keiner Zeit. Ihr Leben währte nur 47 Jahre und endete auf besonders tragische Weise. Sie schlief mit brennender Zigarette ein und erlitt Brandverletzungen, an denen sie nach dreiwöchiger Qual am 17.10.1973 in ihrer Wahlheimatstadt Rom starb. Auf dem Friedhof ihrer Geburtsstadt Klagenfurt liegt sie begraben.
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| 29.05.2010 |
| - Lied von Winde (Eduard Mörike) - |
Erste Liebe, das Herz pocht im jungen Busen, eine Vorahnung schon von der Flüchtigkeit, vom Kommen und Gehen, von Abschied und Weh. Fast sieht man es vor sich, das Mädchen, im luftigen Kleid, die Wangen gerötet, die Hände verschränkt, dem Sommerwind lauschend, der durch die Äste des Baumes am Wegesrand fährt.
Eines der vordergründig leichten Gedichte Mörikes, nahezu verspielt in Versmaß und Zeilenlauf. Und doch, wie so oft, versteckt sich im vermeintlich Heiteren, so auch hier, etwas von dem, das übers Schmunzeln hinausreicht und ein Weilchen innehalten läßt.
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| 13.05.2010 |
| - Frühling (Else Lasker-Schüler) - |
„ - - Und ganz mein Eigen ..." heißt es am Ende ihres Gedichtes; eher leise und verhalten und doch wohl ein stummer Schrei nach Geborgenheit, nach Zuwendung, nach jenem Vertrauten und Beständigen, das ihr, der Ruhelosen, der Getriebenen, ein Leben lang verwehrt blieb.
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| 25.04.2010 |
| - Rabbit ..... eine Rückkehr (John Updike / Rowohlt Taschenbuch Verlag / ISBN 3-499-23538-2) - |
| Meisterhaft gelingt Updike die Schilderung des amerikanischen Milieus der späten fünfziger Jahre bis zur Jahrtausendwende. Er zählt unzweifelhaft zu den großen Erzählern des vergangenen Jahrhunderts, versehen mit jener atemberaubenden Fähigkeit der Differenzierung, der Erwähnung des Notwendigen und des Auslassens des Verzichtbaren, genau der Eigenschaften, die große Autoren auszeichnen. Sie sind rar geworden in unserer Zeit. ... |
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| 01.04.2010 |
| - Abends (Else Lasker-Schüler) - |
| Wer kennt es nicht, das plötzliche Weh, wie aus dem Nichts, sekundenschnell. Ein Augenpaar, flüchtig verweilender Blick auf das längst vergessene Bild, ein Satz, eine Zeile, irgendwo unter die Augen gekommen, eine Melodie, die nicht verklingen will und keinen Fluchtweg läßt. ... |
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Wer zählt die Autoren, wer kennt die Namen....
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